
SÜWAFISCH ist das brandneue Original Wiener Americana Duo der beiden Musiker und Sänger Florian Kargl und Moritz Molnar. Sie bringen beide eine ausgeprägte Handwerkskunst an den E-Gitarren und emotionsreiche Gesangsdarbietungen mit. Für die aktuelle EP „volume ans hc artmann xunga“ haben sie sich die Worte für ihre Lieder aus zwei Gedichtbänden des Wiener Dichters H.C. Artmann geliehen.
Im Interview mit klangskizzerei sprechen die beiden Musiker über den Schreibprozess, frühe Blues-Einflüsse, die Rolling Stones und einprägsame Erlebnisse bei den ersten Süwafisch Live-Shows.
Anmerkung: Die Mischung aus Dialekt und hochdeutsch in den Antworten habe ich in der Endversion des Interviews bewusst beibehalten.
Klangskizzerei: Wie entstand das Projekt SÜWAFISCH?
Floh: Aus Zufall heraus!
Moritz: Aus einem, ich sag jetzt einmal ganz frech, aus einem Gürteltreff. Ich hab dir gewunken und wir haben uns gut verstanden. Wegen…wegen meiner, wie soll ich sagen, Vorgeschichte…mit deiner Frau.
Floh: (lacht)
Moritz: (lacht) Das klingt jetzt blöd, ja?
Floh: Nananana…Stimmt, da hats eigentlich angfangen, aber nur weil ich die Songs scho ghobt hob und net gwusst hob, wos ich damit mochn soi.
Moritz: Ja.
Floh: Also eigentlich hats die Musik scho vorher geben, oba ka Idee von meiner Seitn, wos i mit die Songs mochn soi. Und do bist ma dann du über den Weg grennt und damit war es möglich, diese Songs zu spielen. A wenns dann no a bissl dauert hot, oba bei mia dauert immer olles a bissl.
Moritz: Und weil immer alles a bissl dauert, hamma uns dann zum Proben angfangen. Eh einige Monate fleißig, ein super Set eingeprobt, bis der Flo dann entschieden hat, das ist ihm grad doch ein bissl zu viel. Hat das ganze Ding dann abgeblasen, nur dass wir kurz darauf die eigenen Plakate auf der Straße gesehen haben, wo wir dann im Wirtshaus Gasthaus Quell hätten spielen sollen.
Und daraufhin, weil wir keine Konzerte absagen, weil wir einfach solche Menschen sind, haben wir uns dann nochmal zum Proben getroffen und nachm ersten Gig entschieden, das ist cool, was wir machen und da bleib ma jetzt auch.
Floh: Genau, i hob sozusagen amoi Schluss gmocht mit dia und nochm zweiten Mal nimmer.
Moritz: Genau. Du bist der erste Mensch, der, wie ein Gulasch ist, das is schön. (Lacht)
Floh: Ja genau. (Lacht) aufgwarmt is süwafisch bessa ois…
Moritz: frisch kocht.
Floh: drum muas ma uns imma öfter hören! (lacht)
Im Vorwort des Artman-Gedichtbandes „med ana schwoazzn dintn“ steht, so bleibt als ideale Lösung nur jedem Band eine Langspielplatte beizulegen. Bist du auch selber darüber gestolpert, über den Satz, oder gab es einen anderen Inspirationsmoment, als du begannst, die Gedichte zu Liedern zu machen?
Floh: Mir war der Satz nicht bekannt, da ich den Gedichtband nur als gesammelte Werke habe und in den gesammelten Werken steht dieser Satz nicht. Aber mir sind andere Vertonungen von anderen Künstlerinnen und Künstlern bekannt, zum Beispiel der Sabina Hank mim Willi Resetarits, war eine sehr schöne jazzige Vertonung dieser Texte.
Es gibt den Stubenblues, die Artmann-Texte vertont haben, es gibt verschiedenste andere, die sich an dem Artmann schon versucht haben. War aber auch nicht der Beweggrund.
Der einzige Beweggrund war der, dass ich 20 Minuten Zeit gehabt habe für jeden Song. Also ich habe sehr wenig Zeit gehabt, um einen Text zu schreiben und in der kurzen Zeit hätte i afoch kan Text schreiben können. Und weil der Artmann halt am Bücherregal gestanden ist, habe ich mir gedacht, nimmst du die Texte her und versuchst, ob die jetzt zu dem Lied, was du gerade geschrieben hast, passen.
Und meistens hat es gleich gepasst und habe ich gleich einen guten Text gefunden. Weil sie ja sehr musikalisch sind, hat das eigentlich immer sehr gut funktioniert.
Moritz: Das waren quasi die 20 Minuten Songwritng Slots in der Open-G-Tuning-Spielphase.
Floh: Ja, ich habe mir damals die Gitarre sozusagen anders gestimmt, damit ich mich selber ein bissl herausfordere in der Phase. Und eigentlich ist immer gleich eine schöne Melodie oder ein schönes Riff gekommen.
Was inspiriert euch an HC Artmann und seinen Gedichten?
Floh: Mir persönlich gfoit die Sproch, die er verwendet. Also man muss ja dazusagen, er hat ja so vü gmocht, wos hochdeutsch woa und experimentell woa und…Es gibt eben diese zwa Mundart-Gedichtbände. Aber diese Mundart-Sprache, die er verwendet, gfoit ma einfach sehr gut.
Moritz: warn die ende fünfzig? Anfang sechzig?
Floh: Gute Frage…
Moritz: achtundfünfzig, neunundfünfzig glaub i ist der erste Band.
Floh: Ja, sowas, ende der fufziga, Anfang der sechziger Jahre. Er war ana der Ersten, der das gmocht hot. Und die Musikalität, also die Rhythmik in dieser Sprache, hot ma immer taugt. Und es ist ana der wenigen Fremdtexter, die ich ma leicht merkn kann.
Moritz: Und was mich wahnsinnig angelächelt hat, weil ich bin ja doch ein Eckerl jünger als der Floh, ist, dass ich ganz viele Compagnons aus meinem Baujahr kenne, die versuchen, irgendeinen Dialekttext zu schreiben und neben einem HC Artmann-Text einfach sowas von abstinken, dass mir das dann wie ein Juwel vorgekommen ist, das der Floh da mitgebracht hat im Proberaum.
Und deswegen hats mich auch sofort angsprochen, weil ich ma gdacht hab, wenn ich Dialekt schreib und singe, dann so.
Floh: Ja, wobei, so konn ma des net sogn. Es gibt scho a guade junge Mundartexte. Sprache is ja imma im Wandel, Moritz. Und die Mundart, die der Artmann in diesen Gedichten verwendet hot, wird ja gar nimma gesprochen.
Wia tuan uns ja selber monchmol a schwa, dass ma net wissn, genau was ea jetzt mant.
Moritz: Die Biawe zum Beispiel
Floh: Zum Beispiel, ja die Piave. (Lacht) Die ma dann wahrscheinlich sogar foisch aussprechen. Aber ja, das führt jetzt so oder so zu weit. Also, des inspirierende ist im Grunde die Rhythmik, der Sprachklang, der sehr singbar ist und perfekt zu unserer amerikanisch angehauchten Musik passt und aber auch auch die Thematiken. Hat scho…Es hat immer was sehr …Emotionales, Tiefgehendes…schöne emotionale Bilder, die er beschreibt.
Wie entstand das Lied kawarebeag fotagrafian?
Moritz: Kawarebeag war die Nummer, wo ich zum ersten Mal zum Handkuss gekommen bin, als es darum geht, Songs zu arrangieren, weil der Flo hat immer 60% von der Nummer schon dabei.
Floh: Wobei, die Arrangements haben wir eigentlich immer gemeinsam gemacht.
Moritz: Haben wir immer gemeinsam gemacht, das war ja auch der Sinn dahinter, das zu zweit zu tun. Weil man eben wie so eine Echokammer gleichzeitig ist, bei zwei Gitarristen, die komplett anders spielen, das ist immer schön. Aber, bei der Nummer explizit habe ich meinen Rolling Stones Moment verwirklichen dürfen, und der mir immer ganz wichtig ist in einer Band. Dieses groovige, 60s Feeling, so bluesiges Amerikana Zeug.
Und da habe ich von den Backing Vocals bis zu den Percussion Instrumenten die Nummer eigentlich wohin tragen dürfen, wo der Floh sie ursprünglich gar nicht hingesetzt hätte. Dann hamma beide auf einmal einen wahnsinnigen Spaß gehabt, die Nummer bis zum Schluss aufzubauschen, wie einen Hustinettenbär, aber i glaub des ist wirklich cool geworden.
Floh: Dynamik ist nie unnötig. (Lacht) Wobei man ja generell dazu sagen muss, dass… wenn ich das jetzt mit jemand anderem spielen würde, als mit dir Moritz, dann würde die Musik wahrscheinlich anders klingen.
Moritz: Ja
Floh: Wir zwei bringen uns halt so in diese, wie du es sagst, in diese Rolling Stones Momente immer hinein, in dieses, ich würd es nicht Rolling Stones Moment für mich beschreiben, aber in dieses ein bisschen Trance-artige Blues, Country Blues, Amerikana Ding, wo du halt irgendwie spielst, weil du es spielen willst und nicht, weil es irgendjemandem gefallen soll, oder irgendeiner Mode nachrennt, sondern wo du afoch Spaß an dem host, was du im Moment tust.
Moritz: Genau, für mich ist es so eine Sache wie Jimmy Schell, der hat drei Akkorde nur rumgenudelt und du hast das Gefühl, dass eine Oper geschrieben worden ist.
Floh: (lacht) Jaja, genau
Moritz: Das ist für mich halt der Rolling Stones Moment.
Floh: Ja genau, und der Kawareberg ist a nie gleich lang. Auf unserer EP ist es, glaube ich, sieben Minuten lang und eine super Version geworden, oder fünf sogar nur.
Wir haben sicher schon zehn Minuten a gspielt live und man weiß nie, wo es hinfährt mit uns.
Moritz: Genau, deswegen gefällt es uns sehr gut.
Was hat die gespenstischen Backing Vocals in dem Lied inspiriert?
Moritz: Ich bin den langen Weg von Meidling nach Kaisermühlen gefahren und die Tram is mir davon gefahren und im Kopfhörer war Gimme Shelter. Und da gibts die Gschicht, die hatten eine Sängerin dort, die war schwanger. Und die hat so stark gesungen, dass sie umgefallen ist. Und die hat diese Backing Vocals gemacht, die den Mick Jagger so dermaßen auf ein Podest gehoben haben, dass er auf einmal glänzen hat können wie ein Edelstein.
Und mein Ziel war, eine Melodie zu finden, wo der Flo entweder darüber schreien kann, darüber wunderschön singen kann oder eine Geschichte erzählen kann, dass alles drei geht. Und deswegen habe ich diese drei, vier Noten, diese gespenstischen Backing Vocals gesucht. Und das war ein Wahnsinn.
Floh: Ja… Und ich habs sofort gut gefunden bei der Prob.
Moritz: Und du hast gesagt, das musst du ab jetzt jedsmal machen. Ich habe mich halt daheim hingsetzt, 15 Minuten oder so, und dann diese drei, vier Noten rausgsaugt.
Floh: Und von da an hat die Nummer funktioniert. Das ist super.
Wie hat Produzent Emanuel Lobaza den Sound der EP mitgeprägt?
Moritz: Ich kenne den Manu schon sehr lang und wir haben uns immer abgenerdet über Gitarren und andere freundschaftliche, lustige Sachen. Und einmal wollte ich ihn halt unbedingt besuchen in seiner Wohnung im 17.Bezirk, weil Sommer und Dachterrasse und Bier und coole Musik. Und lustigerweise habe ich damals auch einen Produzenten für die Platte gesucht.
Und wir haben damals, also der Manu hat sich ausgesperrt aus seiner Wohnung und wir hatten keinen Zugang zu seiner Musik, zu einer guten Anlage oder zu sonst was. Wir hatten drei Ottakringer auf der Dachterrasse, barfuß und ein Handy. Und über das Handy haben wir Musik gehört und dann haben wir uns, gerade bei JJ Cale oder Canned Heat, was wir damals beide gern gehört haben, gefragt, warum klingt das, obwohl es so schlecht gemischt und schlecht aufgenommen ist, warum klingt das so leiwand?
Und dann hat der Manu halt eben genau das gesagt, was ich ihn eigentlich fragen wollte, ob er das kann. Und zwar, dass er einen Sound einfangen kann, so wie er ist, ohne im vorhinein künstlerisch eingreifend zu wirken, sondern technisch und menschlich da zu sein für das, was gerade passiert. Und in dem Moment habe ich gemerkt, dass er das kann und genau das hat er dann in dem Hexenhaus auf die Aufnahme gemacht.
Worauf habt ihr besonders Wert gelegt, damit das Album so klingt, wie es klingt?
Floh: Es geht ja einfach darum, dass man, wenn man ins Studio geht oder in unserem Fall in eine alte Mühle in der Steiermark und sich dort zwei Tage einkaserniert, dass man das einfängt, was da ist, ja? vom Sound, also dass man die, die die zwei Gitarren und die zwei Stimmen und die Rhythmik und die Emotionen und die Melodien und alles, was halt dazugehört, dass man das einfangen kann, ohne… und vor allem ehrlich einfangt. und ned irgendwie gekünstelt oder, wir spielen ja das live ein, das Album also die EP ist live eingespielt, genauso wie wenn es ein Konzert wäre, wir spielen das live ein, kane Overdubs…
Moritz: Genau. Ja so wie die die-
Floh: sogar die zweiten Stimmen sind live gesungen, also that’s it.
Moritz: Ja eh. So wie die 20er, 30er Aufnahmen, wo die Leute mit irgendeinem billigen Wagen herumfahren und sich sagen, spiel die Nummer und nimms auf.
Floh: Dadurch, dass die Musik ein bisschen im Blues und im Americana daheim ist, was sozusagen eigentlich ein Live-Kontext immer ist, will i da im Studio auch nicht herumbasteln an den Songs, sondern will des so live wie möglich einfangen.
Moritz: Genau, wir sind ja nicht Radiohead, sondern wir waren eher auf der …Blues-Seite.
Was liebt ihr am Blues?
Floh: Am Blues liebe ich das, dass es Emotion ist, dass es echt ist, dass es ehrliche Musik ist. Klingt alles nach Scheiß Schlagwörter jetzt, aber Jimi Hendrix hat gesagt, Blues ist easy to play, but not to feel. Das liebe ich am Blues!
Moritz: Absolut.
Floh: Das ist das, wo ich schon mit 17 mir gedacht habe, bist deppat, das stimmt eigentlich, das ist geil und das will ich suchen, dieses Feeling. Und schon langsam wirds (laut) wirds echt, kommt er aus Mir auch raus, der Blues. Es ist nicht mehr, ich spiele etwas nach, sondern es kommt aus mir raus. Vielleicht braucht es ein bisschen eine Fülle a dafür im Leben.
Moritz: Bei mir war es so, dass ich Led Zeppelin, White Stripes und wie sie alle heißen mit elf oder so entdeckt habe.
Floh: Wobei das schon die Nachfolger der alten Blueswelt sind.
Moritz: Ja ja! Da komme ich zu der Geschichte, weil mein Papa, Shoutout, große Hand an den Papa, dass er damals gesagt hat, weißt eh woher die die Schmähs haben. Und auf einmal kommt er mit Robert Johnson, B.B. King, Albert King, Freddie King, mein Favourite, Blind Willie McTell. Und wie sie alle heißen mögen. Und dann kam im selben Atemzug, war das gleiche Wochenende, ich war komplett weggeblasen von dieser neuen Welt… „It might get loud“, der Film raus.
Floh: Ahja, schön!
Moritz: Und da sagt der Jack White das, was ich mir gedacht habe wie ich den Blues zum ersten Mal gehört habe. Und zwar hat er gesagt, diese Typen beschreiben eine Welt, in der ich auch vorkomme. Und das hat mich deswegen so abgeholt. Deswegen bin ich, seit ich elf bin, im Blues daheim.
Welche Gitarristen haben euch persönlich beeinflusst und wie?
Flo: Beeinflusst hat mich in sehr frühen, jungen Jahren der Eric Trauner, falls man eam no kennt, Mojo Blues Band. Den habe ich schwer fasziniert gehört mit 14, 15, 16 live im Waldviertel oben, als die Mojo Blues Band regelmäßig in Waidhofen zu Gast war. Da bin ich echt in der ersten Reihe gestanden und habe nur auf seine Finger geschaut die ganze Zeit. Das war für mich ein Blues-Gitarrist.
Und Blues Pumpm natürlich, Glatzl Fritz. So die Ursprünge der österreichischen Blues-Musik, Blues Pumpm und Mojo Blues Band. Moritz?
Moritz: Dann nenne ich jetzt auch Österreicher. Für mich war es im frühen Kindheitsjahr mein Mentor und gleichzeitig auch ein Haberer geworden, der Simon Jahn von der Band Narca 7. Eigentlich eine Hardcore Band, die ziemlich fetzen, aber der auch von AC/DC und vom Blues kommt. Und diese ganzen Blues und 70er Rock Licks in Hardcore aus den 90ern verpackt hat.
Ich bin mit auf Tour gefahren, ich habe seine SG halten dürfen, ich habe viel gelernt. Das war ganz, ganz toll. Das war die große Schule am Anfang.
Floh: Und wenn man es jetzt international betrachtet, natürlich die ganzen Klassiker, aus den Sixties, wobei ich den Rory Gallagher nach oben heben möchte, als Inspiration immer noch. Und aktuell, JD Simo, unglaublicher Gitarrist. JD Simo, findet man einiges im Netz. Der fasziniert mich zur Zeit. Also der, Puh, unglaublich, was der macht.
Moritz: Ja, Beim Blues war ich dann ganz, ganz schnell beim Blind Willy Johnson und beim Buddy Guy. Muss ich leider sagen.
Floh: Buddy Guy, warum leider? Buddy Guy ist großartig.
Moritz: Das sind die zwei, nein, nein, Blind Willy Johnson-
Floh: Das Album Sweet Tea, oida, fuck. Buddy Guy!
Moritz: Der Blind Willy Johnson halt das Gefühl und der Buddy Guy hat die Show. Und das war dieses-
Floh: Buddy Guy, der war der Sound.
Moritz: Na sicher hat er den Sound!
Floh: Bist du deppert. Großartig.
Wie habt ihr die Reaktionen auf die Live-Shows erlebt?
Floh: Also wir haben jetzt zehn Gigs gespielt in einem halben Jahr. Unterschiedliche Varianten, vom kleinen Beisl über, Open Air auf einem Markt, vor ein paar Leuten aus der Nachbarschaft bis hin zur Arena.
Moritz: Genau.
Floh: Ja, kleine Halle, Arena.
Moritz: Ausverkauft, darf ich dazu sagen.
Floh: Also wir haben echt einiges jetzt hinter uns, ur schöne Geschichten hinter uns, unterschiedliche Geschichten und jedes Mal kommen nachher Leute her und sagen: „Das war a Wahnsinn!“ Und solange diese Reaktion kommt, bin ich happy.
Moritz: Na vor allem, was mir so unglaublich gut gefällt, ist, diese Erkenntnis bekomme ich jedes Mal bestätigt, dass zwei so unterschiedliche Personen, wenn sie nebeneinander stehen, so einheitlich sein können, dass das total schön zum zuschauen ist. Abgesehen davon, dass die Texte toll sind und unser Gitarrenspiel anscheinend gfallt. [lacht]
Floh: Ja, aber auch das mehrstimmige Singen, dass es so wie wir-
Moritz: Ja, das auch.
Floh: -das machen, so dieses, dieses einekippen auf der Bühne, in dem Moment, in die Songs, in die Welt. Und das nimmt mit, das nimmt die Leute mit. Ob das jetzt, wo war das? Auf der Gürtel Connection.
Moritz: Ja.
Floh: Eine norwegische Metalband, die vor uns gestanden ist, in der ersten Reihe voll mitgegangen sind. Die haben kein Wort verstanden von dem, was wir da gesungen haben.
Moritz: Ja.
Floh: Aber die haben die Musik verstanden, die Art und Weise, wie wir Musik machen, verstanden. Und das, das tut gut, das macht Spaß, das-
Moritz: Ja, bis zu meiner Großmutter, die, ähm, in dieser Sprache aufgewachsen ist.
Floh: Ja.
Moritz: Und die hat bei zwei, drei Songs, die ich ihr die CD vorgespielt habe, geweint, weil sie gesagt hat: „Genau so war’s. Das waren die Sixties in Österreich, oida“
Was ist das Schönste am Musikmachen?
Floh: Dass mans einfach tut, was man spürt im Moment. Und dann, also ich fühle mich beim Musikmachen am freiesten in meinem ganzen Leben. Das sind die Momente, wo ich am wenigsten…nachdenke.
Moritz: Ja. ich habe als Kind, jetzt kommt die kitschige Antwort.
Floh: Ja. [lacht]
Moritz: Als Kind, mein erstes Buch war Harry Potter und ich fand das immer toll, wie es quasi in diesen, in diesen fiktionalen Geschichten eine Magie gab, einen Zauber gab. Natürlich sucht man als Kind das auch, ja. Und für mich ist es dann irgendwie, jeder hat seine eigene Magie, seinen eigenen Zauber, den er im Leben findet. Hoffentlich. Manche finden gar nichts bis sterben, manche haben Glück und wissen es mit elf oder zwölf, so wie ich. Andere haben den Sport oder whatever.
Floh: Ja.
Moritz: Ich habe das Gefühl, das ist die größte Form der Magie des Menschen, ist, Musik zu machen. Weil-
Floh: Für dich.
Moritz: Für mich, für mich, ja.
Floh: Für andere nicht, für uns schon. Für uns beide.
Moritz: Für uns schon. Weil es das Purste ist, was ich geben kann.
Floh: Ja.
Moritz: Das ist was Schönes.
Floh: Ja, absolut. In diesem Sinne, danke für dein Interview, für dein Interesse an Süwafisch und alles Liebe.
Moritz: Hab die Ehre!
Floh: Bis bald. Tschüss
Danke für das Interview!
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