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	<title>2017 Archive - Klangskizzerei</title>
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	<description>Wiener Independent Musikblog mit skizzerischer Note</description>
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	<title>2017 Archive - Klangskizzerei</title>
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		<title>A Tribute to Joe Strummer im Fluc: Zwischen Klassenkampf-Ekstase und sterngewordener Andacht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Stefan Westacott]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 22 Dec 2017 14:28:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2017]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Totgeglaubte leben doch länger: 15 Jahre nach dem Ableben Joe Strummers ließen vier Wiener Bands und Musiker den revolutionären Clash-Geist auf die Bühne des Fluc hinaufsteigen und erschütterten vom zweiten&#8230; </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.klangskizzerei.at/a-tribute-to-joe-strummer-im-fluc-zwischen-krachendem-klassenkampf-und-sterngewordener-andacht/">A Tribute to Joe Strummer im Fluc: Zwischen Klassenkampf-Ekstase und sterngewordener Andacht</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.klangskizzerei.at">Klangskizzerei</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Totgeglaubte leben doch länger: 15 Jahre nach dem Ableben Joe Strummers ließen vier Wiener Bands und Musiker den revolutionären Clash-Geist auf die Bühne des Fluc hinaufsteigen und erschütterten vom zweiten Wiener Gemeindebezirk aus das schwarzblau-äugige Österreich in seinen Grundfesten.</p>
<p>Zu The Clash muss man wohl nicht viel sagen. Die musikalisch vielseitigen Punk-Ikonen der späten 70er und frühen 80er limitierten sich nicht auf den typischen Sound des hingerotzten drei Akkorde Punk sondern suchten für ihre sozialkritischen und politischen Texte und ihre Punk-Attitüde immer neuere und oft auch passendere Ausdrucksformen in unterschiedlichen Genres wie Ska, Reggae, Dub, Funk und Folk. Sie füllten die richtungsweisende, genre-formende Punk-Schablone der Pistols mit ihrer starken Botschaft und Bestimmung, gossen und bluteten ihr rotes Herz und ihren linken Idealismus in ihre Songs.</p>
<p>Doch die Welt, gegen die mit leidenschaftlicher wie verrauchter Kehle angesungen wurde, hat sich in den letzten 40 Jahren noch immer nicht zum Besseren verändert. Mörder in den USA arbeiten immer noch sieben Tage die Woche, Career Opportunities sind immer noch begrenzt, Washington Bullets fliegen nach wie vor um die Welt, niemand braucht das Parlament und wir alle sind konsumtrunken wie verloren im kapitalistischen Supermarkt.</p>
<p>Die Songs sind also aktueller denn je. Und Joe Strummer, der im Dezember 2002 an einem angeborenen Herzfehler verstarb, fehlt. Das denken sich viele – und sie alle kamen heute am 21. Dezember ins Fluc, um die einzigen vier Bands, die zählen und etwas bedeuten zu bestaunen.</p>
<p>Tributes haben immer eine ganz eigene Atmosphäre, etwas Verbindendes &#8211; so auch das Strummer Tribute.</p>
<p>Die Bühne im Fluc erstrahlte passend im roten Sternenlichterglanz, als gegen 21 Uhr die Pontis Brothers, um Walter Pontis begannen.</p>
<p>Er spielte eine sinistere, erdige, rauchig-gesungene Version von<em> I Fought the Law</em>, in eine zehn-Minuten Fassung gestreckt. Dann einen Song der Rolling Stones das die 101ers gecovert hatten, die Pub Rock Band, die Strummer sofort verließ nachdem er die Sex Pistols und den Beginn der Punk Bewegung in England erlebte.</p>
<p>Der Song war das bluesige <em>Shake Your Hips</em>: ein Mann, seine Gitarre und sein Blues, unterstützt vom zweiten Pontis Brother am sparsam eingesetzten Schlagwerk.</p>
<p>Nach diesen zwei längeren Darbietungen war der Auftritt schon vorbei und Eloui die in Wien lebende Schweizer Künstlerin betrat die Bühne. Nach vielen einsamen Stunden in ihrem Atelier hatte die ehemals bildende Künstlerin die Klangfarbe für sich entdeckt &#8211; und malt seither mit dieser ihre experimentellen Pop-Songs aus.</p>
<p>Sie ist fast schon Stammgästin auf Tributes, veredelt und verelouisiert die Songs mit hohem Anspruch mit ihrer Ukulele. Die bei Covers so wichtige eigene Handschrift immer klar erkennbar.</p>
<figure style="width: 258px" class="wp-caption alignright"><img fetchpriority="high" decoding="async" src="http://www.eloui.net/pics/presspic3_petit.jpg" alt="" width="258" height="344" /><figcaption class="wp-caption-text">Eloui &#8211; Photography by Andreas Jakwerth</figcaption></figure>
<p>In ihrem Cover von <em>Deny,</em> das sie – diesmal mit cleaner E-Gitarre &#8211; interpretierte, strich sie die wunderbare Melodie und Harmonie des Songs, die im Original ein wenig hinter dem grollvollen Gesang und den aggressiv gespielten Gitarren schlummert, heraus. Ein wunderbares Cover.</p>
<p>Wie schon am Kurt Cobain Tribute holte sie Markus Reiter auf die Bühne &#8211; Gitarrist und Bassist bei der Band Destroyed but not Defeated, seines Zeichens US-Independent-Rock und auf der letzten EP der Band auch Grunge-Spezialist.</p>
<p>Er gab dem Song <em>Should I Stay or Should I Go</em> mit seinem Gitarrenspiel einen metallen-rauen Sound. Der Song wusste selbst lange nicht ob er bleiben oder gehen sollte, kam aber immer mehr in Fahrt und mündete in ein verzerrtes Ukulele-Solo.</p>
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<p>Wichen die Coverversionen von den Pontis Bros. und Eloui stark von den Originalen ab, lag der Schwerpunkt bei der nächsten Band, den Clashinistas, als Tribute Band natürlich an einer möglichst originalgetreuen Erfahrung.</p>
<p>Punk-Urgestein und Sänger der Clashinistas Rainer Krispel ist seit langem umtriebig in der Szene. Spielte u.a. in der wohl ersten Hardcore Band Österrreichs Target of Demand, hat einen starken Bezug zum Punk und Joe Strummer und schrieb u.a. den Roman „Der Sommer als Joe Strummer kam“. Das Fluc füllte sich für den sehnlich erwarteten Auftritt der Clashinistas.</p>
<p>Und Bass, Schlagzeug und die abrupte Staccato-Gitarre marschierten geradlings in die Apokalypse von <em>London Calling</em>. Gänsehaut. Eine wunderbare Apokalypse. Und dann war noch beeindruckender wie die Stimme und das unablässige Zum-Takt-Stampfen von Sänger Rainer Krispel Joe Strummer glich. Auch den berüchtigten Schrei in der Mitte des Songs vollzog er stimmsicher. Bei all der lodernden Leidenschaft und Bühnenpräsenz Krispels ist es zu verschmerzen dass er nicht Joe Stummers unverwüstliche industrielle Maschine einer Telecaster-Gitarre spielt bzw. mit schonungsloser Schlaghand in deren Saiten schlägt.</p>
<figure id="attachment_1138" aria-describedby="caption-attachment-1138" style="width: 890px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="wp-image-1138" src="http://www.klangskizzerei.at/wp-content/uploads/2017/12/krispel-1-300x211.png" alt="" width="890" height="626" srcset="https://www.klangskizzerei.at/wp-content/uploads/2017/12/krispel-1-300x211.png 300w, https://www.klangskizzerei.at/wp-content/uploads/2017/12/krispel-1-768x540.png 768w, https://www.klangskizzerei.at/wp-content/uploads/2017/12/krispel-1-1024x720.png 1024w, https://www.klangskizzerei.at/wp-content/uploads/2017/12/krispel-1-982x690.png 982w, https://www.klangskizzerei.at/wp-content/uploads/2017/12/krispel-1-400x281.png 400w, https://www.klangskizzerei.at/wp-content/uploads/2017/12/krispel-1.png 1403w" sizes="(max-width: 890px) 100vw, 890px" /><figcaption id="caption-attachment-1138" class="wp-caption-text">Die krispelsche Leidenschaft</figcaption></figure>
<p>Ohne Atempause ging es über in <em>Brand New Cadillac</em>. Krispel tobte sich im Rampenlicht aus. Interagierte stark mit dem Publikum. <em>Clampdown</em>. <em>Spanish Bombs</em>. <em>Guns of Brixton</em>. Alles gestandene, erfahrene Musiker, die die vielen Stile, auch den Reggae meistern. Ein Highlight jagte das nächste. <em>Safe European Home</em>. <em>Should I Stay or Should I Go</em>, bei dem Gitarrist Brossmann den Lead-Gesang von Mick Jones übernahm. Auf der Suche nach der vergessenen Mundharmonika erntete Krispel Musikerschnaps aus dem Publikum. Ein immer heiterer und immer leidenschaftlicher werdendes Set.</p>
<p><em>White Man in Hammersmith Palais</em>, <em>I Fought the Law</em>, <em>Janie Jones</em> gab es zu hören. <em>White Riot</em> rief dann zu Unruhen auf und das Publikum folgte: Kollektive klassenkämpferische Ekstase. Krispel erzählte sichtlich bewegt seine Geschichte seiner Begegnung mit Joe Strummer bei seiner Tätigkeit als Musikjournalist 1999 &#8211; einer der vielen wahrhaftig sternförmigen Momente des Abends. Als Zugaben kamen <em>I’m so Bored with the USA</em> und Mitsinghymne <em>Bankrobber</em>, letztere ein wenig anders instrumentiert &#8211; kein Klavier Part, aber der Beweis, dass die Clashinistas auch eine tighte Reggae-Band sind.</p>
<p>Zerstreuung statt Zerstörung beim letzten Act des Abends war Felix Vodnyanskys Motto, sowie gelebte Gelassenheit. Felix Vodnyansky spielte ein Instrument das Joe Strummers Gitarre sehr ähnelte. Er nahm sich heute der experimentielleren Seite Joe Strummers an. Keyboarder Lothar Scherpe, Percussionist Moses Afany und Schlagzeuger Lennie Dickson, der u.a. schon mit Georg Danzer gespielt hatte, unterstützten ihn. Es gab von Sandinista zu hören, sowie eine geschmeidiger fließende, weniger zerhackte Version von <em>Straight to Hell.</em></p>
<p>Während seines Sets leuchtete die Bühne wie eines der vielen Lagerfeuer, die Strummer in seinen späten Jahren so faszinierten; Das Publikum wärmte sich daran. Funken glühten auf und sprangen über. Man wollte keineswegs wieder in die soziale Kälte Österreichs hinaus.</p>
<p>Denn die Welt hat mit John Mellor einen warmherzigen, inspirierenden und vor allem bodenständig und demütig gebliebenen Menschen und Musiker verloren. Und so waren es die gellenden Gerechtigkeitsschreie, die überschwängliche Ekstase, aber eben auch die nuancierten Noten der Nostalgie und der sterngewordenen Andacht, die in dem Abend mitschwangen; und den Geist Joe Strummers und den Menschen John Mellor noch lange, lange weiterleben ließen.</p>
<figure id="attachment_2330" aria-describedby="caption-attachment-2330" style="width: 453px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="wp-image-2330" src="http://www.klangskizzerei.at/wp-content/uploads/2019/01/IMG_20190103_0001-1-215x300.png" alt="" width="453" height="632" srcset="https://www.klangskizzerei.at/wp-content/uploads/2019/01/IMG_20190103_0001-1-215x300.png 215w, https://www.klangskizzerei.at/wp-content/uploads/2019/01/IMG_20190103_0001-1.png 600w" sizes="(max-width: 453px) 100vw, 453px" /><figcaption id="caption-attachment-2330" class="wp-caption-text">John Graham Mellor (1952-2002)</figcaption></figure>
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</div></div><div class="saboxplugin-web "><a href="http://klangskizzerei.at" target="_self" >klangskizzerei.at</a></div><div class="clearfix"></div><div class="saboxplugin-socials "><a title="Instagram" target="_self" href="https://www.instagram.com/klangskizzerei/" rel="nofollow noopener" class="saboxplugin-icon-grey"><svg aria-hidden="true" class="sab-instagram" role="img" xmlns="http://www.w3.org/2000/svg" viewBox="0 0 448 512"><path fill="currentColor" d="M224.1 141c-63.6 0-114.9 51.3-114.9 114.9s51.3 114.9 114.9 114.9S339 319.5 339 255.9 287.7 141 224.1 141zm0 189.6c-41.1 0-74.7-33.5-74.7-74.7s33.5-74.7 74.7-74.7 74.7 33.5 74.7 74.7-33.6 74.7-74.7 74.7zm146.4-194.3c0 14.9-12 26.8-26.8 26.8-14.9 0-26.8-12-26.8-26.8s12-26.8 26.8-26.8 26.8 12 26.8 26.8zm76.1 27.2c-1.7-35.9-9.9-67.7-36.2-93.9-26.2-26.2-58-34.4-93.9-36.2-37-2.1-147.9-2.1-184.9 0-35.8 1.7-67.6 9.9-93.9 36.1s-34.4 58-36.2 93.9c-2.1 37-2.1 147.9 0 184.9 1.7 35.9 9.9 67.7 36.2 93.9s58 34.4 93.9 36.2c37 2.1 147.9 2.1 184.9 0 35.9-1.7 67.7-9.9 93.9-36.2 26.2-26.2 34.4-58 36.2-93.9 2.1-37 2.1-147.8 0-184.8zM398.8 388c-7.8 19.6-22.9 34.7-42.6 42.6-29.5 11.7-99.5 9-132.1 9s-102.7 2.6-132.1-9c-19.6-7.8-34.7-22.9-42.6-42.6-11.7-29.5-9-99.5-9-132.1s-2.6-102.7 9-132.1c7.8-19.6 22.9-34.7 42.6-42.6 29.5-11.7 99.5-9 132.1-9s102.7-2.6 132.1 9c19.6 7.8 34.7 22.9 42.6 42.6 11.7 29.5 9 99.5 9 132.1s2.7 102.7-9 132.1z"></path></svg></span></a></div></div></div><p>Der Beitrag <a href="https://www.klangskizzerei.at/a-tribute-to-joe-strummer-im-fluc-zwischen-krachendem-klassenkampf-und-sterngewordener-andacht/">A Tribute to Joe Strummer im Fluc: Zwischen Klassenkampf-Ekstase und sterngewordener Andacht</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.klangskizzerei.at">Klangskizzerei</a>.</p>
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		<title>Weihnachtliches Winterschuhstarren &#8211; Snoww Crystal im Rhiz</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Stefan Westacott]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 16 Dec 2017 21:18:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2017]]></category>
		<category><![CDATA[Konzertreview]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die letzten fünf Jahre bilden wohl die Epoche, in der alle Träumer des Dream Pop und Shoegaze aus ihrem langen Schlaf erwachen und aufstehen, um traumtrunken und benommen auf ihre&#8230; </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.klangskizzerei.at/weihnachtliches-winterschuhstarren-snoww-crystal-rhiz/">Weihnachtliches Winterschuhstarren &#8211; Snoww Crystal im Rhiz</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.klangskizzerei.at">Klangskizzerei</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die letzten fünf Jahre bilden wohl die Epoche, in der alle Träumer des Dream Pop und Shoegaze aus ihrem langen Schlaf erwachen und aufstehen, um traumtrunken und benommen auf ihre Schuhe zu starren. Slowdive und Ride brachten beide heuer ihre Reunion-Alben heraus, My Bloody Valentine und Swervedriver waren schon 2013 und 2015 erwacht.</p>
<p>Snoww Crystal, um den auch anderweitig, u.a. als Mastermind des Avantgarde-Trios Radian, bekannten, John Norman, gibt es seit 2012. Vor einem Publikum erwachten sie erstmals im März 2013 im Rhiz, und mit ihrem erst sechsten Konzert  schon &#8211; im grellen Bühnenlicht der Arena Wien &#8211; als Vorband von Genre-Pionieren My Bloody Valentine.</p>
<p>Snoww Crystal treffen also den Zeitgeist. Sie bespielten 2013 das Popfest, veröffentlichten Anfang 2014 ihre erste Vinyl-Single One Sided / Nothing is Real, experimentierten mit ihren Effektpedalen, stimmten ihre Jazzmaster-Gitarren nach und lockerten gelegentlich auch die Genickstarre.</p>
<p>Und so treten sie auch an diesem Abend des zwölften Dezembers im Rhiz –diesmal mit der Vorband The Infinite Seas aus Los Angeles –mit gesenktem Blick in die großen Schuhstapfen Slowdives und My Bloody Valentines.</p>
<figure id="attachment_1065" aria-describedby="caption-attachment-1065" style="width: 590px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-1065" src="http://www.klangskizzerei.at/wp-content/uploads/2017/11/IMG_20171210_0001-300x212.png" alt="" width="590" height="416" srcset="https://www.klangskizzerei.at/wp-content/uploads/2017/11/IMG_20171210_0001-300x212.png 300w, https://www.klangskizzerei.at/wp-content/uploads/2017/11/IMG_20171210_0001-768x541.png 768w, https://www.klangskizzerei.at/wp-content/uploads/2017/11/IMG_20171210_0001-400x282.png 400w, https://www.klangskizzerei.at/wp-content/uploads/2017/11/IMG_20171210_0001.png 800w" sizes="auto, (max-width: 590px) 100vw, 590px" /><figcaption id="caption-attachment-1065" class="wp-caption-text">Das weihnachtliche Rhiz am Wiener Gürtel</figcaption></figure>
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<p>Nach einer tanzbaren Mischung aus Dream Pop und Electronica inkl. einem Cure-Cover als Setcloser der Infinite Seas aus Los Angeles waren kurz nach 23 Uhr Snoww Crystal an der Reihe. Zunächst brachten einige Bandmitglieder eine stimmige weihnachtliche Lichterdeko an der kleinen, feinen Bühne des Rhiz an. Dann trat auch das letzte Bandmitglied Snoww Crystals aus dem dichten Dunkel der Raumversunkenheit ins lichte Funkeln der Traumtrunkenheit. Ein letzter prüfender Blick auf die Effektpedale &#8211; und schon brausten und sausten ihre Gitarren und Instrumente. aus den Verstärkern los &#8211; verwaschen, ätherisch und transzendent.</p>
<figure id="attachment_1095" aria-describedby="caption-attachment-1095" style="width: 767px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-1095" src="http://www.klangskizzerei.at/wp-content/uploads/2017/11/snoww-crystal-winterschuhstarren-1-300x225.jpg" alt="" width="767" height="575" srcset="https://www.klangskizzerei.at/wp-content/uploads/2017/11/snoww-crystal-winterschuhstarren-1-300x225.jpg 300w, https://www.klangskizzerei.at/wp-content/uploads/2017/11/snoww-crystal-winterschuhstarren-1-768x576.jpg 768w, https://www.klangskizzerei.at/wp-content/uploads/2017/11/snoww-crystal-winterschuhstarren-1-1024x768.jpg 1024w, https://www.klangskizzerei.at/wp-content/uploads/2017/11/snoww-crystal-winterschuhstarren-1-982x737.jpg 982w, https://www.klangskizzerei.at/wp-content/uploads/2017/11/snoww-crystal-winterschuhstarren-1-400x300.jpg 400w, https://www.klangskizzerei.at/wp-content/uploads/2017/11/snoww-crystal-winterschuhstarren-1.jpg 1280w" sizes="auto, (max-width: 767px) 100vw, 767px" /><figcaption id="caption-attachment-1095" class="wp-caption-text">besinnliches Winterschuhstarren</figcaption></figure>
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<p>Auch live dienen die beiden Stimmen von John und Just genretypisch mehr als Melodieinstrument – der Text ist hier nebensächlich.</p>
<p>Auffällig an den Songs Snoww Crystals ist sofort die schier unendliche Fülle an Ideen und Shoegaze-Stilmitteln, die sie ihren Instrumenten entlocken, die sie in mal noisiger und aggressivere, mal träumerische und besinnlichere Songs packen.</p>
<figure id="attachment_1014" aria-describedby="caption-attachment-1014" style="width: 212px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-1014 size-medium" src="http://www.klangskizzerei.at/wp-content/uploads/2017/11/norman-212x300.png" alt="" width="212" height="300" srcset="https://www.klangskizzerei.at/wp-content/uploads/2017/11/norman-212x300.png 212w, https://www.klangskizzerei.at/wp-content/uploads/2017/11/norman-283x400.png 283w, https://www.klangskizzerei.at/wp-content/uploads/2017/11/norman.png 652w" sizes="auto, (max-width: 212px) 100vw, 212px" /><figcaption id="caption-attachment-1014" class="wp-caption-text">John Norman, der Winterschuhstarrer</figcaption></figure>
<p>Es ist eine stark bilder-evozierende Musik &#8211; selbst Schlagzeuger Steve schafft es mit seinem umsichtigen Beckeneinsatz den Songs eine bildliche &#8211;  mal weihnachtsglockenhelle, mal rauschende &#8211; Qualität zu geben. Mit der zweiten Hälfte des Sets nimmt die Songlawine Fahrt auf. Der erste bereits offiziell releaste Song <em>Nothing is Real</em> klingt an &#8211; der zweite Song von der 2014er Single.</p>
<p>Er ist in seiner Grundidee, der immer abrupt durchblitzenden Gitarren, stark vom Slowdive-Song <em>Souvlaki Space Station</em> beeinflusst. Traumversunken und weit wie der dämmernde Horizont.</p>
<p>Dann kündigt John Norman den für das Konzert versprochenen neuen Song an. Er ergreift den Tremolo-Arm seiner Gitarre und bringt mit ihm bei gleichzeitigem Anschlagen der Gitarrensaiten im Stile des My Bloody Valentine Masterminds Kevin Shields die Gitarrenwand zum Wabern. Trotzdem ist man auch hier weit vom bloßen Kopistentum entfernt.</p>
<p>Denn Snoww Crystal haben den Anspruch mit all den vielen Shoegaze-Stilmitteln ihre ganz eigene Klangwelt zu bauen &#8211; experimentieren während ihres Sets unter anderem mit Drones, flirrenden Effekten, blizzarddichter Gitarrenschrammlerei.</p>
<figure id="attachment_1020" aria-describedby="caption-attachment-1020" style="width: 202px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-1020 size-medium" src="http://www.klangskizzerei.at/wp-content/uploads/2017/11/just-202x300.png" alt="" width="202" height="300" srcset="https://www.klangskizzerei.at/wp-content/uploads/2017/11/just-202x300.png 202w, https://www.klangskizzerei.at/wp-content/uploads/2017/11/just-269x400.png 269w, https://www.klangskizzerei.at/wp-content/uploads/2017/11/just.png 428w" sizes="auto, (max-width: 202px) 100vw, 202px" /><figcaption id="caption-attachment-1020" class="wp-caption-text">Schneesängerin Just</figcaption></figure>
<p>Und die Lawine gewinnt immer mehr an Fahrt. Während John und Just eher ans Mikrofon gebunden sind, bringen der zweite Gitarrist und die Bassistin durch traumtanzen immer wieder Bewegung in die Bühnenpräsenz. Im Song <em>So Many Things</em> gipfelt dies: die Band klingt tanzbar, was live gut funktioniert und in einem kollektiven Mitwippen des Publikums resultiert. <em>In Your Room</em> schwebt danach mit kühlem Bilinda-Butchereskem Gesang schwelgerisch durch die magische Shoegaze-Sphäre.</p>
<p>Das Publikum am Fuße des Berges blickt ein letztes Mal gebannt und ehrfurchtsvoll auf das Spektakel, während die Songlawine ihren letzten Lauf nimmt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die Single <em>One Sided</em> schließt wie immer das Set. Die einseitige Liebe wird hier himmelstrebend besungen. Ihre kompromisslos nach vorne preschenden Gitarren  und das simple, treibende Schlagzeug erinnern hier an die Drop Nineteens. Die Schneelawine Snoww Crystals gewinnt immer mehr an Fahrt, wird immer größer und rollt über die Hörer hinweg. Das Publikum war von der Woge überwältigt. Snoww Crystal lockerten ein letztes Mal die Genickstarre, verließen die Bühne erhobenen Hauptes, ihr Blick in eine schneeglänzende Zukunft gerichtet.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<div class="saboxplugin-wrap" itemtype="http://schema.org/Person" itemscope itemprop="author"><div class="saboxplugin-tab"><div class="saboxplugin-gravatar"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.klangskizzerei.at/wp-content/uploads/2021/12/Capture_2021-12-16-22-43-422.png" width="100"  height="100" alt="" itemprop="image"></div><div class="saboxplugin-authorname"><a href="https://www.klangskizzerei.at/author/stefan-westacott/" class="vcard author" rel="author"><span class="fn">Stefan Westacott</span></a></div><div class="saboxplugin-desc"><div itemprop="description"><p>Gitarrenmusik und Konzertskizzen</p>
</div></div><div class="saboxplugin-web "><a href="http://klangskizzerei.at" target="_self" >klangskizzerei.at</a></div><div class="clearfix"></div><div class="saboxplugin-socials "><a title="Instagram" target="_self" href="https://www.instagram.com/klangskizzerei/" rel="nofollow noopener" class="saboxplugin-icon-grey"><svg aria-hidden="true" class="sab-instagram" role="img" xmlns="http://www.w3.org/2000/svg" viewBox="0 0 448 512"><path fill="currentColor" d="M224.1 141c-63.6 0-114.9 51.3-114.9 114.9s51.3 114.9 114.9 114.9S339 319.5 339 255.9 287.7 141 224.1 141zm0 189.6c-41.1 0-74.7-33.5-74.7-74.7s33.5-74.7 74.7-74.7 74.7 33.5 74.7 74.7-33.6 74.7-74.7 74.7zm146.4-194.3c0 14.9-12 26.8-26.8 26.8-14.9 0-26.8-12-26.8-26.8s12-26.8 26.8-26.8 26.8 12 26.8 26.8zm76.1 27.2c-1.7-35.9-9.9-67.7-36.2-93.9-26.2-26.2-58-34.4-93.9-36.2-37-2.1-147.9-2.1-184.9 0-35.8 1.7-67.6 9.9-93.9 36.1s-34.4 58-36.2 93.9c-2.1 37-2.1 147.9 0 184.9 1.7 35.9 9.9 67.7 36.2 93.9s58 34.4 93.9 36.2c37 2.1 147.9 2.1 184.9 0 35.9-1.7 67.7-9.9 93.9-36.2 26.2-26.2 34.4-58 36.2-93.9 2.1-37 2.1-147.8 0-184.8zM398.8 388c-7.8 19.6-22.9 34.7-42.6 42.6-29.5 11.7-99.5 9-132.1 9s-102.7 2.6-132.1-9c-19.6-7.8-34.7-22.9-42.6-42.6-11.7-29.5-9-99.5-9-132.1s-2.6-102.7 9-132.1c7.8-19.6 22.9-34.7 42.6-42.6 29.5-11.7 99.5-9 132.1-9s102.7-2.6 132.1 9c19.6 7.8 34.7 22.9 42.6 42.6 11.7 29.5 9 99.5 9 132.1s2.7 102.7-9 132.1z"></path></svg></span></a></div></div></div><p>Der Beitrag <a href="https://www.klangskizzerei.at/weihnachtliches-winterschuhstarren-snoww-crystal-rhiz/">Weihnachtliches Winterschuhstarren &#8211; Snoww Crystal im Rhiz</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.klangskizzerei.at">Klangskizzerei</a>.</p>
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		<title>Interpol in der Open Air Arena Wien: Schattenbildnis der Sturmgötter</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Stefan Westacott]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Aug 2017 13:20:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2017]]></category>
		<category><![CDATA[Konzertreview]]></category>
		<category><![CDATA[arena open air]]></category>
		<category><![CDATA[interpol]]></category>
		<category><![CDATA[post-punk turn on the bright lights]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Abendhimmel dräute über der Open Air Arena. Die düsteren Interpol, die New Yorker Helden des Post Punk Revivals Anfang der Nullerjahre, in deren kühlem Schatten Bands wie die Editors&#8230; </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.klangskizzerei.at/interpol-arena-open-air-schattenbildnis-der-sturmgoetter/">Interpol in der Open Air Arena Wien: Schattenbildnis der Sturmgötter</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.klangskizzerei.at">Klangskizzerei</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone  wp-image-894" src="https://www.klangskizzerei.at/wp-content/uploads/2017/08/schattenbildnis-interpol-1-300x186.png" alt="" width="684" height="424" srcset="https://www.klangskizzerei.at/wp-content/uploads/2017/08/schattenbildnis-interpol-1-300x186.png 300w, https://www.klangskizzerei.at/wp-content/uploads/2017/08/schattenbildnis-interpol-1-768x475.png 768w, https://www.klangskizzerei.at/wp-content/uploads/2017/08/schattenbildnis-interpol-1-400x248.png 400w, https://www.klangskizzerei.at/wp-content/uploads/2017/08/schattenbildnis-interpol-1.png 800w" sizes="auto, (max-width: 684px) 100vw, 684px" />Der Abendhimmel dräute über der Open Air Arena. Die düsteren Interpol, die New Yorker Helden des Post Punk Revivals Anfang der Nullerjahre, in deren kühlem Schatten Bands wie die Editors und White Lies ihren Sound fanden, bevor sie damit ins Rampenlicht traten, sollten ihr wegweisendes Debüt Turn on the Bright Lights präsentieren. Viele Jahre und viele immer weniger zufriedenstellende Alben lang hatte man gewartet, gehofft, sich gesehnt, das Erstlingswerk wieder in voller Länge zu erleben. Zum 15-jährigen Jubiläum war es dann endlich soweit.</p>
<p>Der nachmittägliche Gewitterregen an diesem 10. August hatte die sengende Augustglut prompt gelöscht. Der Himmel blieb wolkenverhangen, was aber ohnehin besser zum Interpol Sound passte.</p>
<p>Begeisterung klang gegen halb zehn Uhr abends auf: Der rote Vorhang des Turn on the Bright Lights Album Covers wurde als Bühnenbild präsentiert. Er war vom schwarzen Bühnenrahmen umrissen, kühl beleuchteten die Scheinwerfer die leere Bühne, welche fünf schwarze schattenhafte Gestalten unter einem tosenden Sturm der Begeisterung betraten.</p>
<p>Original Bassist des Debüt Albums, Carlos Dengler, konnte für die Turn on the Bright Lights Tour nicht zurückgewonnen werden. Bis auf ihn traten Interpol also in Originalbsetzung auf, zudem ist live noch ein Keyboarder mit an Bord.</p>
<p>Die Gitarren im Opener <em>Untitled</em> unterkühlt wie am Album, das freie, lebendige Bassspiel sehr präsent, das Schlagzeug druckvoll, einzig Paul Banks einzigartige Stimme klang rau – klar kann man von einem Sänger 15 Jahre später im Leben nicht die selbe Stimmdarbietung erwarten, trotzdem ist er live seit langem ein Schatten seiner selbst. Er wirkte aber sehr sympathisch, bedankte sich immer wieder mit seiner ebenfalls einzigartigen Sprechstimme beim Publikum: 2500 Fans waren zur Audienz bei den Post-Punk-Revival Göttern in die Arena gepilgert.</p>
<p><iframe loading="lazy" title="Interpol Vienna 10.08.2017 Arena Wien – NYC" width="700" height="394" src="https://www.youtube.com/embed/EHAa-H0JptY?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Auf das energievolle <em>Obstacle 1</em>, bei dem das Publikum voll in Fahrt kam, folgte <em>NYC</em>, dessen Gitarren-Crescendo in den Wiener Abendhimmel emporstieg. Interpol spielten sich fließend durch das Album &#8211; ein Highlight jagte das nächste.</p>
<p>Die schattenhaften, schwarzen Musikergestalten hatten keine Bewegung nötig, standen starr auf der Bühne und demonstrierten so, dass auch ohne Bewegung eine eindrucksvolle Bühnenpräsenz möglich ist. Gänzlich in schwarz ist seit jeher auch Paul Banks Gitarre – alles stimmig und durchdacht.</p>
<p>Nach <em>PDA</em> und dem an die Smiths angelehnten, tanzbaren <em>Say Hello to the Angels</em> wurde es mit <em>Hands Away</em> wieder ruhiger. Die Songs untermauerten wie exzellent die Dramaturgie von Turn on the Bright Lights ist.</p>
<p>Die Songs <em>Specialist, Song Seven, Precipitate</em> aus der Zeit des Debüts wurden auf dem ersten Konzert der Tour in Prag nicht gespielt. Geht man nach jenem Gig wird der Rest der Setlist jedoch mit einem längeren Zugabenblock gefüllt, in dem eine Best-Of der restlichen Alben dargeboten wird.</p>
<p>Der Himmel verdüsterte und verfinsterte sich immer mehr. Der Wind blies stärker, der Donner rückte näher. Der Sturm des Gewitters überwölkte den stummer werdenden Begeisterungssturm des Publikums. Man ahnte Schlimmes.</p>
<p>Iggy Pop hatte 2013 in der Open Air Arena das Gewitter durchtobt und durchschrien. Und Interpol?</p>
<p><em>Stella was a Diver</em> erklingt. Der erste Regen fällt jetzt auch über der Open Air Arena hernieder. Der Wind bläst noch stärker, der Donner schallt noch lauter. Nach rund sechs Minuten verklingt <em>Stella was a Diver</em> wieder. Paul Banks richtet sich an das Publikum und spricht von einem „brief moment“ den Interpol pausieren werden, die Sicherheit gehe laut Veranstalter vor. Der Sturm des Jubels wird prompt zum Sturm der Enttäuschung.</p>
<figure id="attachment_895" aria-describedby="caption-attachment-895" style="width: 632px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-895" title="die schattenhaften Sturmgötter von Interpol" src="http://www.klangskizzerei.at/wp-content/uploads/2017/08/schattenbildnis-interpol-2-300x186.png" alt="" width="632" height="392" srcset="https://www.klangskizzerei.at/wp-content/uploads/2017/08/schattenbildnis-interpol-2-300x186.png 300w, https://www.klangskizzerei.at/wp-content/uploads/2017/08/schattenbildnis-interpol-2-768x475.png 768w, https://www.klangskizzerei.at/wp-content/uploads/2017/08/schattenbildnis-interpol-2-1024x633.png 1024w, https://www.klangskizzerei.at/wp-content/uploads/2017/08/schattenbildnis-interpol-2-982x607.png 982w, https://www.klangskizzerei.at/wp-content/uploads/2017/08/schattenbildnis-interpol-2-400x247.png 400w, https://www.klangskizzerei.at/wp-content/uploads/2017/08/schattenbildnis-interpol-2.png 1400w" sizes="auto, (max-width: 632px) 100vw, 632px" /><figcaption id="caption-attachment-895" class="wp-caption-text">die schattenhaften Sturmgötter von Interpol</figcaption></figure>
<p>Klar, die Songs <em>Roland</em>, <em>The New</em> und <em>Leif Erikson</em> warten noch, sowie der Zugabenblock &#8211; einzig der Regen hatte nicht gewartet. Die Masse flieht wie eine Herde aufgeschreckter Schafe vom Feld in die warmen Ställe der Arena. Während ein paar übermütige schwarze Schafe vor der Bühne, befreit von ihren T-Shirts und offenbar auch befreit von jeglichem Herdenzwang, am Feld der Open Air Arena den gewagten Gewittertanz zelebrieren.</p>
<p>Warten. Weiter warten. Dann die Absage. Interpol, die Sturmgötter, hatten es offenbar heraufbeschworen. Alle Hoffnungen auf eine Fortsetzung des Konzerts waren im Regen zerflossen. Man trat den Heimweg an. Und wusste jetzt auch, dass im strömenden Regen keine Tränen trocknen. Das bis zum Abbruch hervorragende Konzerterlebnis wurde von den schwarzen Gewitterwolken getrübt. Vom zerflossenen Abend bleiben bloß durchtränktes Gewand und verregnete Fan-Herzen.</p>
<div class="saboxplugin-wrap" itemtype="http://schema.org/Person" itemscope itemprop="author"><div class="saboxplugin-tab"><div class="saboxplugin-gravatar"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.klangskizzerei.at/wp-content/uploads/2021/12/Capture_2021-12-16-22-43-422.png" width="100"  height="100" alt="" itemprop="image"></div><div class="saboxplugin-authorname"><a href="https://www.klangskizzerei.at/author/stefan-westacott/" class="vcard author" rel="author"><span class="fn">Stefan Westacott</span></a></div><div class="saboxplugin-desc"><div itemprop="description"><p>Gitarrenmusik und Konzertskizzen</p>
</div></div><div class="saboxplugin-web "><a href="http://klangskizzerei.at" target="_self" >klangskizzerei.at</a></div><div class="clearfix"></div><div class="saboxplugin-socials "><a title="Instagram" target="_self" href="https://www.instagram.com/klangskizzerei/" rel="nofollow noopener" class="saboxplugin-icon-grey"><svg aria-hidden="true" class="sab-instagram" role="img" xmlns="http://www.w3.org/2000/svg" viewBox="0 0 448 512"><path fill="currentColor" d="M224.1 141c-63.6 0-114.9 51.3-114.9 114.9s51.3 114.9 114.9 114.9S339 319.5 339 255.9 287.7 141 224.1 141zm0 189.6c-41.1 0-74.7-33.5-74.7-74.7s33.5-74.7 74.7-74.7 74.7 33.5 74.7 74.7-33.6 74.7-74.7 74.7zm146.4-194.3c0 14.9-12 26.8-26.8 26.8-14.9 0-26.8-12-26.8-26.8s12-26.8 26.8-26.8 26.8 12 26.8 26.8zm76.1 27.2c-1.7-35.9-9.9-67.7-36.2-93.9-26.2-26.2-58-34.4-93.9-36.2-37-2.1-147.9-2.1-184.9 0-35.8 1.7-67.6 9.9-93.9 36.1s-34.4 58-36.2 93.9c-2.1 37-2.1 147.9 0 184.9 1.7 35.9 9.9 67.7 36.2 93.9s58 34.4 93.9 36.2c37 2.1 147.9 2.1 184.9 0 35.9-1.7 67.7-9.9 93.9-36.2 26.2-26.2 34.4-58 36.2-93.9 2.1-37 2.1-147.8 0-184.8zM398.8 388c-7.8 19.6-22.9 34.7-42.6 42.6-29.5 11.7-99.5 9-132.1 9s-102.7 2.6-132.1-9c-19.6-7.8-34.7-22.9-42.6-42.6-11.7-29.5-9-99.5-9-132.1s-2.6-102.7 9-132.1c7.8-19.6 22.9-34.7 42.6-42.6 29.5-11.7 99.5-9 132.1-9s102.7-2.6 132.1 9c19.6 7.8 34.7 22.9 42.6 42.6 11.7 29.5 9 99.5 9 132.1s2.7 102.7-9 132.1z"></path></svg></span></a></div></div></div><p>Der Beitrag <a href="https://www.klangskizzerei.at/interpol-arena-open-air-schattenbildnis-der-sturmgoetter/">Interpol in der Open Air Arena Wien: Schattenbildnis der Sturmgötter</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.klangskizzerei.at">Klangskizzerei</a>.</p>
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		<title>Kurt Cobain Tribute zum 23. Todestag im Flex: Donaukanalisierte Legendentrauer</title>
		<link>https://www.klangskizzerei.at/kurt-cobain-tribute-zum-23-todestag-donaukanalisierte-legendentrauer/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Stefan Westacott]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 08 Apr 2017 14:54:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2017]]></category>
		<category><![CDATA[Konzertreview]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wenn der Mainstream der Donaustrom ist &#8211; dann ist Grunge der Donaukanal. So war es treffend, dass das 23. Kurt Cobain Tribute &#8211; letztes Jahr noch im Fluc &#8211; heuer&#8230; </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.klangskizzerei.at/kurt-cobain-tribute-zum-23-todestag-donaukanalisierte-legendentrauer/">Kurt Cobain Tribute zum 23. Todestag im Flex: Donaukanalisierte Legendentrauer</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.klangskizzerei.at">Klangskizzerei</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn der Mainstream der Donaustrom ist &#8211; dann ist Grunge der Donaukanal. So war es treffend, dass das 23. Kurt Cobain Tribute &#8211; letztes Jahr noch im Fluc &#8211; heuer im Wiener Donaukanallokal Flex stattfand. So wie der Seattler Underground einst im kleinen Rahmen zusammenkam, um zu feiern und sich musikalisch und politisch auszutauschen, kamen auch acht österreichische Bands des Wiener Untergrunds im Rahmen des Flex zusammen. Und gedachten und feierten ihre an die Speerspitze der Seattler Bewegung katapultierte und am 5. April 1994 verstorbene Legende. Sie kanalisierten ihre Trauer in einen, von verzerrter Stromgitarre geprägten, rauschenden Spielfluss mitreißender Nirvana-Songs.</p>
<p>„Come as you are“ war auch heuer das Motto und alle waren sie an diesem wolkenverhangenen Apriltag gekommen, vom Schottenring hinunter zum Wiener Donaukanal, der wie immer zwischen den Graffitiwänden im kargen Asphaltbett seiner trübsinnigen Traurigkeit, umglitzert von den schillernden Stadtlichtern, dahinfloss. Einige standen vor Beginn unten am Treppenasphalt und weinten trübselige Tränen der Trauer in den Kanal. Einem Abend der Legendenandacht im Flanellhemd mit stark verzerrten Gitarren stand nichts im Wege.</p>
<p>8 Bands und Künstler &#8211; Pyrite, Eloui, Extremhirsch, Everyone’s Prostitute, I’m a Sloth, The Black Bones, Bulbul und Naplava &#8211; interpretierten die Nirvana-Songs. Die Reihenfolge der Acts brachte einen Spannungsbogen mit sich, der von Pop über Grunge bis hin zu noch härterer Kost reichte. Die stark verzerrten Gitarren des Seattle-Sounds blieben demzufolge bei den ersten Acte stumm.</p>
<p>Drei Frauen und ein Mann – Ziehharmonika, Geige, Bass und Schlagzeug &#8211; die Band Pyrite – betrat unscheinbar die Bühne und eröffnete den Abend mit dem Song <em>Dumb</em> vom Album <em>In Utero</em>. Sie spielten die Nirvana-Songs in ihrem ganz eigenen Stil &#8211; &#8222;from trashpop to krautroulette&#8220; &#8211;  wie sie ihn humorvoll nennen. Eine wilde Mischung, die aber funktionierte und auch das Publikum mit <em>Love Buzz</em>, <em>Been a Son</em>, <em>Aneurysm</em> und <em>Molly&#8217;s Lips</em> mehr und mehr überzeugte. Wien hat also im weitesten Sinne auch eine Krautrock-Band.</p>
<p style="text-align: left;"><img loading="lazy" decoding="async" class=" wp-image-811 alignleft" src="http://www.klangskizzerei.at/wp-content/uploads/2017/04/eloui-225x300.jpg" alt="" width="250" height="334" srcset="https://www.klangskizzerei.at/wp-content/uploads/2017/04/eloui-225x300.jpg 225w, https://www.klangskizzerei.at/wp-content/uploads/2017/04/eloui-768x1025.jpg 768w, https://www.klangskizzerei.at/wp-content/uploads/2017/04/eloui-767x1024.jpg 767w, https://www.klangskizzerei.at/wp-content/uploads/2017/04/eloui-300x400.jpg 300w, https://www.klangskizzerei.at/wp-content/uploads/2017/04/eloui.jpg 945w" sizes="auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px" />Ebenso interessant ging es mit der experimentiellen Pop-Künstlerin Eloui weiter, sie kam mit Ukulele und der Steakhouse Horn Section auf die Bühne – wohl inspiriert von der Lounge-Coverversion <em>Smells Like Teen Spirits</em> von Paul Anka der den Song mit einem Bläserensemble interpretierte. Während dem Set wurde Markus Reiter von der Wiener Indie Band Destroyed But Not Defeated auf die Bühne geholt. In Heart Shaped Box wurde die Ukulele zur elektrischen Fuzz-Ukulele umdisponiert und mit <em>All Apologies</em> verzeichnete der Abend einen ersten emotionalen Höhepunkt. (Eloui &#8211; Photography by <a href="http://www.andreasjakwerth.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Andreas Jakwerth )</a></p>
<p>In den Pausen zwischen den Auftritten wurde von den Organisatoren David Jerina und David Hebenstreit aka Sir Tralala die Tombola angerührt. Das Duo las die Gewinnloszahlen vor und unterhielt stets auf humorvolle Art und Weise.</p>
<p>Extremhirsch, bürgerlich Ludwig Hirsch bestreitet heuer sein 25. Bühnenjubiläum als Extremhirsch. Das Unikat betrat desolat die Bühne &#8211; in einem offenen weißen Flannellhemd gekleidet, offerierte den ersten Publikumsreihen großzügig seine umfangreiche BH-Sammlung.</p>
<p>Mit Band spielte er eine österreichische Version von <em>Where did you sleep Last Night.</em> Über das „kalte Wien“ und das „warten auf di mein Kind“. Das Publikum war von der Musikalität des Herrn überrascht und beeindruckt davon, wie er die einsamen Melodien nur so aus dem Flannellärmel schüttelte.</p>
<p>Ihm war hiermit nach dem schrägen Einstieg dann doch der Flannellhemdsknopf aufgegangen, wenngleich man wohl behaupten könne, dass dieser, sowie alle anderen Knöpfe des Hemds, schon beim Bühneneinstieg offen gewesen waren.</p>
<p>Beim nächsten Act, dem ersten echten Grunge-Act, Everyone&#8217;s Prostitute spürte man auch erstmals am Abend so richtig die in die furiose Spielwut donaukanalisierte Legendentrauer. Everyone&#8217;s Prostitute sangen u.a. <em>School</em>, <em>Negativ Creep</em>, <em>Rape me</em>, <em>Drain You</em>, <em>Territorial Pissings</em> und dankten in einem orkanartigen Blitzgewitter ab.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class=" wp-image-816 alignright" src="http://www.klangskizzerei.at/wp-content/uploads/2017/04/drexlerfertigneumittexttttttt-182x300.jpg" alt="" width="303" height="499" srcset="https://www.klangskizzerei.at/wp-content/uploads/2017/04/drexlerfertigneumittexttttttt-182x300.jpg 182w, https://www.klangskizzerei.at/wp-content/uploads/2017/04/drexlerfertigneumittexttttttt-243x400.jpg 243w, https://www.klangskizzerei.at/wp-content/uploads/2017/04/drexlerfertigneumittexttttttt.jpg 497w" sizes="auto, (max-width: 303px) 100vw, 303px" /></p>
<p>Nach einer Pause ging es mit der zweiten Hälfte des Programms weiter. Die Fixgröße im heimischen Grunge &#8211; I’m a Sloth &#8211; sind auf dessen punkiger Seite zu verorten, spielten schon letztes Jahr beim Cobain-Tribute und hatten schon die Ehre die Gründerväter des Seattle-Sounds Mudhoney 2016 in der Szene Wien zu supporten. Sie veröffentlichen nach <em>Satisfashion</em> 2012 diesen Juni ihr zweites Album <em>Bosom. </em></p>
<p>Der in den Bann ziehende Doppelgesang des Gitarristen Bernhard Drexlers und Bassistin Flora Ska erinnerte natürlich an die Pixies, und hebt die Band von vielen anderen ab. Drexler übte sich mit einer enormen Bühnenpräsenz über die Bühne schwankend im kontrollierten Kontrollverlust über die Gitarre und des kontrollierten Kontrollverlustes über das Gitarrensolo, bis dieser kontrollierte Kontrollverlust unkontrollierbar wurde und die Gitarre entglitt, der Gitarrengurt riss.</p>
<p>Der Doppelgesang wurde in der aufsteigenden Melodie im Pre-Chorus von In Bloom zu einer übernatürlichen Woge, die im Refrain ihre ganze Kraft entfaltete. Drexler zerschmetterte zum Abschluss eine der beiden Gitarren in Pete Townsend/Kurt Cobain-Manier und setzte dem Auftritt damit die glorreiche Rock’n’Roll-Krone auf.</p>
<p>The Black Bones, ganz in schwarz, brechen in ihren Eigenkompositionen den Rock bis aufs knochige Grundgerüst einer Drei-Mann Band hinunter. Und lieferten ein kompromisslos gutes Nirvana-Coverset ab. Sie spielten <em>Breed</em>, <em>Drain You</em>, <em>Aneurysm</em>, <em>Sliver</em>,<em> Stay away</em>, <em>Sappy</em> und <em>On a Plain</em>.</p>
<p>https://www.youtube.com/watch?v=QD0D7IuriWQ</p>
<p>Bulbul setzen auf markige Albumtitel wie „Hirn fein hacken“, und bringen so den Zynismus Nirvanas messerscharf wie klingenfein auf den Punkt. Sie gaben <em>Breed,</em> <em>In Bloom</em> und <em>Smells Like Teen Spirit</em> mit kettensägender Gitarre, grummeligem Bass und wuchtigem Schlagzeug zum Besten. Besonders gut tat es diese Songs des von Butch Vig radiofreundlich produzierten Albums <em>Nevermind</em>, in voller ohrendurchtrommelnder Schlagzeugwucht zu hören. Wie es auch beim weniger polierten Steve Albini-produzierten Nachfogealbum <em>In Utero</em> der Fall war, der darauf setzte den Sound einer live im Studio spielenden Band einzufangen.</p>
<p>Der unumstrittene Höhepunkt des Abends: Sänger und Gitarrist von Bulbul &#8211; Manfred Engelmayr &#8211; wirft das Mikrofon für die letzte Strophe und Refrain in von <em>Smells like Teen Spirit</em> in den Moshpit. Die wilde Masse gröhlt die Generationshymne lauthals ins Mikrofon. Publikum, Song und Band werden eins &#8211; pure Gänsehaut und ein Moment der Unsterblichkeit. Der Underground lebt und bebt. Engelmayr zieht den immortalen Moment noch in die Länge, zieht seine Gitarrengriffe noch durch sämtliche Effektpedale.</p>
<p><iframe loading="lazy" title="Naplava - You Know You&#039;re Right (Nirvana Cover), live, Vienna, Flex, 05/04/17" width="700" height="394" src="https://www.youtube.com/embed/uvYk_v1Q8Jw?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Mit dem maximalen Verzerrungs- und Härtegrad rundete an diesem Abend die letzte Band Naplava, die um Mitternacht aufspielten, den Abend ab. Das Dreiergespann zweier Gitarristen und eines Schlagzeugers  agiert mit ordentlich hinuntergestimmten Gitarren, die einen Bassisten obsolet machen, bewegen sich in ihren Eigenkompositionen zwischen Stoner, Doom, Sludge und Heavy Rock und zelebrierten ebenfalls die Zerstörung ihrer Musikinstrumente.</p>
<p>Es wurde einmal mehr klar: Nirvana begeistern heute noch Generationen &#8211; auch in ihrer Tiefgründigkeit &#8211; sie sind mehr als bloß ein vermarktetes Produkt. Er lebte und bebte, brütete und wütete &#8211; der Untergrund im Flex &#8211; wie einst der Underground in Seattle. Es wurde gemosht, es wurden Gitarren zerstört. Es war laut.</p>
<p>Es war eine laute Zusammenkunft derer, die gekommen waren, wie sie sind, um aus der jährlich am 5. April nachhallenden Vergangenheit eine präsente, lärmende Gegenwart zu machen.</p>
<p>Gegen Ende des Abends saßen noch einige Silhouetten im Dunkel am Treppenasphalt und weinten trockene Tränen des Trosts in den Donaukanal. Während Naplava den Abend in krönender Lautstärke zuendelärmten und ihre Instrumente fertigzerstörten.</p>
<p>Mögen im zukünftigen Jahr wieder alle kommen, wie sie sind, waren und immer sein werden.</p>
<figure id="attachment_1092" aria-describedby="caption-attachment-1092" style="width: 852px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-1092" src="http://www.klangskizzerei.at/wp-content/uploads/2017/04/IMG_20171214_0001-300x211.png" alt="" width="852" height="599" srcset="https://www.klangskizzerei.at/wp-content/uploads/2017/04/IMG_20171214_0001-300x211.png 300w, https://www.klangskizzerei.at/wp-content/uploads/2017/04/IMG_20171214_0001-768x540.png 768w, https://www.klangskizzerei.at/wp-content/uploads/2017/04/IMG_20171214_0001-400x282.png 400w, https://www.klangskizzerei.at/wp-content/uploads/2017/04/IMG_20171214_0001.png 800w" sizes="auto, (max-width: 852px) 100vw, 852px" /><figcaption id="caption-attachment-1092" class="wp-caption-text">Kurt Donald Cobain (1967-1994)</figcaption></figure>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: left;">&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;-</p>
<p><a href="https://www.facebook.com/pyriteband/?fref=ts" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Pyrite</a></p>
<p><a href="https://www.facebook.com/elouimusic/?fref=ts" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Eloui</a></p>
<p><a href="https://www.facebook.com/extremhirsch1/?hc_ref=SEARCH&amp;fref=nf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Extremhirsch</a></p>
<p>Everyone&#8217;s Prostitute</p>
<p><a href="https://www.facebook.com/imasloth/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">I&#8217;m a Sloth</a></p>
<p><a href="https://www.facebook.com/theblackbonesmusic/?fref=ts" target="_blank" rel="noopener noreferrer">The Black Bones</a></p>
<p><a href="https://www.facebook.com/bulbulshit/?fref=ts" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bulbul</a></p>
<p><a href="https://www.facebook.com/naplava.official/?fref=ts" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Naplava</a></p>
<p><a href="https://www.facebook.com/SirTralala.connected/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">David Hebenstreit aka. Sir Tralala</a></p>
<p><a href="https://www.facebook.com/DJDavidJerina/?pnref=lhc" target="_blank" rel="noopener noreferrer">DJ David Jerina</a></p>
<div class="saboxplugin-wrap" itemtype="http://schema.org/Person" itemscope itemprop="author"><div class="saboxplugin-tab"><div class="saboxplugin-gravatar"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.klangskizzerei.at/wp-content/uploads/2021/12/Capture_2021-12-16-22-43-422.png" width="100"  height="100" alt="" itemprop="image"></div><div class="saboxplugin-authorname"><a href="https://www.klangskizzerei.at/author/stefan-westacott/" class="vcard author" rel="author"><span class="fn">Stefan Westacott</span></a></div><div class="saboxplugin-desc"><div itemprop="description"><p>Gitarrenmusik und Konzertskizzen</p>
</div></div><div class="saboxplugin-web "><a href="http://klangskizzerei.at" target="_self" >klangskizzerei.at</a></div><div class="clearfix"></div><div class="saboxplugin-socials "><a title="Instagram" target="_self" href="https://www.instagram.com/klangskizzerei/" rel="nofollow noopener" class="saboxplugin-icon-grey"><svg aria-hidden="true" class="sab-instagram" role="img" xmlns="http://www.w3.org/2000/svg" viewBox="0 0 448 512"><path fill="currentColor" d="M224.1 141c-63.6 0-114.9 51.3-114.9 114.9s51.3 114.9 114.9 114.9S339 319.5 339 255.9 287.7 141 224.1 141zm0 189.6c-41.1 0-74.7-33.5-74.7-74.7s33.5-74.7 74.7-74.7 74.7 33.5 74.7 74.7-33.6 74.7-74.7 74.7zm146.4-194.3c0 14.9-12 26.8-26.8 26.8-14.9 0-26.8-12-26.8-26.8s12-26.8 26.8-26.8 26.8 12 26.8 26.8zm76.1 27.2c-1.7-35.9-9.9-67.7-36.2-93.9-26.2-26.2-58-34.4-93.9-36.2-37-2.1-147.9-2.1-184.9 0-35.8 1.7-67.6 9.9-93.9 36.1s-34.4 58-36.2 93.9c-2.1 37-2.1 147.9 0 184.9 1.7 35.9 9.9 67.7 36.2 93.9s58 34.4 93.9 36.2c37 2.1 147.9 2.1 184.9 0 35.9-1.7 67.7-9.9 93.9-36.2 26.2-26.2 34.4-58 36.2-93.9 2.1-37 2.1-147.8 0-184.8zM398.8 388c-7.8 19.6-22.9 34.7-42.6 42.6-29.5 11.7-99.5 9-132.1 9s-102.7 2.6-132.1-9c-19.6-7.8-34.7-22.9-42.6-42.6-11.7-29.5-9-99.5-9-132.1s-2.6-102.7 9-132.1c7.8-19.6 22.9-34.7 42.6-42.6 29.5-11.7 99.5-9 132.1-9s102.7-2.6 132.1 9c19.6 7.8 34.7 22.9 42.6 42.6 11.7 29.5 9 99.5 9 132.1s2.7 102.7-9 132.1z"></path></svg></span></a></div></div></div><p>Der Beitrag <a href="https://www.klangskizzerei.at/kurt-cobain-tribute-zum-23-todestag-donaukanalisierte-legendentrauer/">Kurt Cobain Tribute zum 23. Todestag im Flex: Donaukanalisierte Legendentrauer</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.klangskizzerei.at">Klangskizzerei</a>.</p>
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		<title>&#8222;A Tribute to Jason Molina&#8220; im Fluc: Zwischen magischer Magnolia und blauer Melancholie</title>
		<link>https://www.klangskizzerei.at/farewell-jason-molina-tribute-im-fluc-zwischen-magischer-magnolia-und-blauer-melancholie/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Stefan Westacott]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 19 Mar 2017 14:22:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2017]]></category>
		<category><![CDATA[Konzertreview]]></category>
		<category><![CDATA[bo candy]]></category>
		<category><![CDATA[destroyed but not defeated]]></category>
		<category><![CDATA[fluc]]></category>
		<category><![CDATA[jason molina]]></category>
		<category><![CDATA[protestant work ethic]]></category>
		<category><![CDATA[songs: ohia]]></category>
		<category><![CDATA[tribute]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>&#8222;You might be holding the last light I see / before the dark finally gets a hold of me“ – zum 4. Todestag Jason Molinas leuchteten eine Vielzahl österreichischer Bands&#8230; </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.klangskizzerei.at/farewell-jason-molina-tribute-im-fluc-zwischen-magischer-magnolia-und-blauer-melancholie/">&#8222;A Tribute to Jason Molina&#8220; im Fluc: Zwischen magischer Magnolia und blauer Melancholie</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.klangskizzerei.at">Klangskizzerei</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<figure id="attachment_4864" aria-describedby="caption-attachment-4864" style="width: 293px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-4864 " src="https://www.klangskizzerei.at/wp-content/uploads/2018/05/molina-210x300.jpg" alt="" width="293" height="419" srcset="https://www.klangskizzerei.at/wp-content/uploads/2018/05/molina-210x300.jpg 210w, https://www.klangskizzerei.at/wp-content/uploads/2018/05/molina.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 293px) 100vw, 293px" /><figcaption id="caption-attachment-4864" class="wp-caption-text">&#8222;I will be gone, but not forever&#8220;</figcaption></figure>
<p>&#8222;You might be holding the last light I see / before the dark finally gets a hold of me“ – zum 4. Todestag Jason Molinas leuchteten eine Vielzahl österreichischer Bands die metaphorische Dunkelheit aus, die dem kreativen Schaffen seiner Bandprojekte Songs: Ohia und Magnolia Electric Co. wie seiner Soloprojekte innewohnte, und ließen sein Lebenswerk im farbigen Lichterglanz der Fluc-Bühne erstrahlen.</p>
<p>Jason Molina war Americana-Veteran, der seit den 90ern mit unerschöpflichem kreativen Output in den Fußstapfen Will Oldhams und später in der Tradition Neil Youngs Amerika durchquerte.</p>
<p>Molina sang über das Leben, das er lebte, lebte das Leben über das er sang. Seine metapherreiche Sprache von Einsamkeit, Geistern, Mitternachtsmelancholie und Depressionen, spiegelte sich in seinem Leben wider, wie ein blauer Mond in einem einsamen Highway – ein mondbeglänzter Highway, der im März 2013 verfrüht sein Ende fand. Alkoholbedingtes Organversagen.</p>
<p>Das Fluc ließ ihn heute aufleben, gab mit diesem Abend der selben alten Einsamkeit, wie sie in <em>Just be Simple</em> besungen wird, eine neue Adresse, wo die Einsamkeit im Kollektiv zelebriert wurde. Es sollte ein großer Abend werden.</p>
<p><iframe loading="lazy" title="Songs: Ohia - Just Be Simple" width="700" height="394" src="https://www.youtube.com/embed/iUc0q87P8MY?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Das schummrige Lokal füllte sich langsam, Videoimpressionen mal in schwarz-weiß, mal in Farbe flackerten zu Molina-Songs über der Bühne und stimmten auf das Konzert ein</p>
<p>Simon Usaty, Mitorganisator des Abends und Mastermind von Protestant Work Ethic, eröffnete den Abend. Er spielte Solo mit Akustikgitarre und zog das Publikum gleich mit seiner Singstimme die bis ins kleinste Detail jener Monlinas glich, in den Bann. Zum Abschluss seines 4-Song Sets packte er für eine pickingtechnisch anspruchsvolle Bluegrass-Version von <em>I’ve been riding with the Ghost</em> das Banjo aus und stellte seine Gesangsfertigkeitenl und seinen Stimmumfang ein weiteres Mal unter Beweis.</p>
<p>Die eigens für den Tribute-Abend gegründeten, und nach Molinas Album passend benannten Josephines, spielten im vollen Band-Setup<em> Alone with the Owl,</em> <em>Texas 7</em>1, <em>Tigress</em> und <em>Hope Dies Last.</em></p>
<p>Für die nächste Band The Ghost and the Machine die heute ohne Schlagzeuger auftrat wurde der mächtige Kontrabass erst auf die Bühne gehievt. Resonator-Gitarre aus dem frühen 20. Jahrhundert und der 120 Jahre alte Kontrabass im Line-Up vermittelten ein zeitloses Bild.</p>
<p><em><img loading="lazy" decoding="async" class=" wp-image-755" src="http://www.klangskizzerei.at/wp-content/uploads/2017/03/EPSON002-300x212.jpg" alt="" width="747" height="528" srcset="https://www.klangskizzerei.at/wp-content/uploads/2017/03/EPSON002-300x212.jpg 300w, https://www.klangskizzerei.at/wp-content/uploads/2017/03/EPSON002-768x543.jpg 768w, https://www.klangskizzerei.at/wp-content/uploads/2017/03/EPSON002-1024x724.jpg 1024w, https://www.klangskizzerei.at/wp-content/uploads/2017/03/EPSON002-982x694.jpg 982w, https://www.klangskizzerei.at/wp-content/uploads/2017/03/EPSON002-400x283.jpg 400w" sizes="auto, (max-width: 747px) 100vw, 747px" /></em></p>
<p>Diese edle Instrumenten-Auswahl prägt den Sound stark – die warme hölzerne tiefe Klangfarbe des alten Kontrabass trifft auf die metallischen Obertöne der Resonatorgitarre und erzeugt eine immense Spannung, die auf das Publikum überspringt. Besonders <em>Two Blue Lights </em>toppte das Original vom Gitarrensound her, die metallen schneidende Molina-Version wird noch übertrumpft &#8211; die Resonatorgitarrenklänge hatten eine Scharfkantigkeit wie Messer aus Voest-Alpine-Stahl. The Ghost and the Machines schwarz-weiß gehaltene Albencover und Bandbiographie-Zitate wie „ein Bild von Van Gogh hat mehr Blues als ein neues Eric Clapton Album“ untermauern diese gelebte Zeitlosigkeit.</p>
<p>Die Musiker des Abends variierten wie bei Covers üblich die Gesangsmelodien, und es fehlte auch nicht an Ideen mit anderer Instrumentierung zu experimentieren und die Molina Songs mit der eigenen künstlerischen Handschrift zu versehen. So gab es an diesem Abend drei unterschiedliche Versionen von <em>I’ve been Riding with the Ghost</em>, jede davon in ihrer eigenen Art spannend.</p>
<p>Besonders experimentierfreudig war die in Wien lebende Schweizer Sängerin, Bass- und Ukulelespielerin Eloui . Sie lotet gerne Genregrenzen aus, fabrizierte auf ihrem 2015 erschienen Album <em>Tangles and Loose Ends a</em>us Electronic Klängen, Samples und allerlei Geräuschen ihr eigenständiges, handgemachtes, mal verwobeneres, mal loseres Pop-Klanggewebe. Heute interpretierte sie Molina-Songs mit Ukulele und mit dem Bläserensemble der Steakhouse Horn Section. Das Experiment ging auf. Mit <em>Lioness</em>, <em>Tigress</em> und <em>Just be Simple</em> gab sie gleich drei besonders gute Beispiele für an originellen Metaphern reiche Beziehungssongs Molinas zum Besten.</p>
<p>Die Americana Institution Wiens sind wohl die erfahrenen Lost Compadres, bestehend seit 2003. Ältere Herren deren Americana/Roots Rock mit dem Alter immer besser reift &#8211; ein wenig wie der Wein auf einem ihrer Bandfotos, oder der Humor in den Ansagen zwischen den Songs.</p>
<p>Sie widmeten Jason Molina ein Cover des Creedence Clearwater Revival Songs <em>Molina</em>, der weit vor Molinas Musikerkarriere veröffentlicht wurde, und feierten die Ironie. Sie begleiteten den Song mit ganz klassischen fetzenden Rock’n‘Roll Riffs im Stile Chuck Berrys (der leider gestern verstarb, R.I.P. an dieser Stelle). Ein weiterer Stimmungshöhepunkt des Abends zu dem das Publikum das Tanzbein schwang.</p>
<p>An einem Americana/Alt. Country abend darf natürlich die Lap- bzw. Pedalsteel-Gitarre nicht fehlen, diese erklang jedoch erst mit dem Song <em>Hold on Magnolia</em>. Sie klagte mit ihrer offenen Stimmung und ihren gefühlvollen Glissandi ihr Leid, während der Schlagzeuger Florian Krämmer den Leadsängerpart übernahm und die magnolienfarbenen Melodien in die Länge zog und nur ganz langsam verblassen ließ.</p>
<p><iframe loading="lazy" title="Jason Molina &quot;Hold On Magnolia&quot; (SBD Audio)" width="700" height="525" src="https://www.youtube.com/embed/sRVXKQNP2-M?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Bo Candy spielte mit Talk to me Devil, Again, Whip-Poor-Will, What Comes After the Blues und The Dark Don&#8217;t Hide It ausschließlich Stücke aus Molinas Magnolia Electric Co. Bandprojekt.</p>
<p>Die Wiener Destroyed but not Defeated stellten danach eindrucksvoll unter Beweis, dass sie mehr als ihren 90er US-Independent Rock beherrschen, und schlugen auch emotionalere Saiten an. Sie spielten u.a. <em>Cabwaylingo</em> aus dem Songs: Ohia Debütalbum und <em>Blue Chicago Moon</em> vom Album <em>Didn’t it Rain</em>.</p>
<p>Elsa Tootsie and the Mini Band rundeten schließlich den Abend mit Songs wie <em>John Henry Split my Heart </em>und<em> Trouble Will Find You </em>gelungen ab.</p>
<p>Was den Abend so besonders machte war wohl die Wertschätzung Molinas, die in den gefühlvoll vorgetragenen Songs, wie in den Ansagen zwischen den Songs mitschwang. War wohl der kleine musikfamiliäre Rahmen des Fluc. War, dass Musiker und Publikum an diesem Abend eins waren.</p>
<p>Und mit den Josephines war sogar eine Band gegründet worden.</p>
<p>„For once, almost was good enough“, schließt Molina im Song <em>Almost Was Good Enough</em>. Doch der Abend war mehr als bloß gut genug, war mehr als bloß eine halbe Sache, war mehr als bloß ein simpler Tribute-Abend.</p>
<p>Aus Einsamkeit war an diesem Abend im kleinen Rahmen des Fluc Zusammenhalt geworden.</p>
<p>Und so schlenderten die Konzertteilnehmer noch immer ergriffen in den Gefühlswelten zwischen magischer Magnolia und blauer Melancholie über den Praterstern durch die Märznacht nach Hause, zurück zur ursprünglichen Adresse der selben alten Einsamkeit.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-751" src="http://www.klangskizzerei.at/wp-content/uploads/2017/03/molina.jpg" alt="" width="798" height="469" /></p>
<p><a href="https://www.facebook.com/protestantworkethic/?fref=ts">Protestant Work Ethic</a></p>
<p>Josephines</p>
<p style="text-align: left;"><a href="https://www.facebook.com/theghostandthemachine/?fref=ts">The Ghost and the Machine</a></p>
<p><a href="https://www.facebook.com/elouimusic/?fref=ts">Eloui</a></p>
<p><a href="https://www.facebook.com/Lost-Compadres-239529856089683/?fref=ts">Lost Compadres</a></p>
<p><a href="https://www.facebook.com/bocandyandhisbrokenhearts/?fref=ts">Bo Candy</a></p>
<p><a href="https://www.facebook.com/destroyedbutnotdefeated/?fref=ts">Destroyed but not Defeated</a></p>
<p><a href="https://www.facebook.com/elsatootsieandtheminiband/?fref=ts">Elsa Tootsie and the Mini Band</a></p>
<p><a href="http://fluc.at/">Fluc</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<div class="saboxplugin-wrap" itemtype="http://schema.org/Person" itemscope itemprop="author"><div class="saboxplugin-tab"><div class="saboxplugin-gravatar"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.klangskizzerei.at/wp-content/uploads/2021/12/Capture_2021-12-16-22-43-422.png" width="100"  height="100" alt="" itemprop="image"></div><div class="saboxplugin-authorname"><a href="https://www.klangskizzerei.at/author/stefan-westacott/" class="vcard author" rel="author"><span class="fn">Stefan Westacott</span></a></div><div class="saboxplugin-desc"><div itemprop="description"><p>Gitarrenmusik und Konzertskizzen</p>
</div></div><div class="saboxplugin-web "><a href="http://klangskizzerei.at" target="_self" >klangskizzerei.at</a></div><div class="clearfix"></div><div class="saboxplugin-socials "><a title="Instagram" target="_self" href="https://www.instagram.com/klangskizzerei/" rel="nofollow noopener" class="saboxplugin-icon-grey"><svg aria-hidden="true" class="sab-instagram" role="img" xmlns="http://www.w3.org/2000/svg" viewBox="0 0 448 512"><path fill="currentColor" d="M224.1 141c-63.6 0-114.9 51.3-114.9 114.9s51.3 114.9 114.9 114.9S339 319.5 339 255.9 287.7 141 224.1 141zm0 189.6c-41.1 0-74.7-33.5-74.7-74.7s33.5-74.7 74.7-74.7 74.7 33.5 74.7 74.7-33.6 74.7-74.7 74.7zm146.4-194.3c0 14.9-12 26.8-26.8 26.8-14.9 0-26.8-12-26.8-26.8s12-26.8 26.8-26.8 26.8 12 26.8 26.8zm76.1 27.2c-1.7-35.9-9.9-67.7-36.2-93.9-26.2-26.2-58-34.4-93.9-36.2-37-2.1-147.9-2.1-184.9 0-35.8 1.7-67.6 9.9-93.9 36.1s-34.4 58-36.2 93.9c-2.1 37-2.1 147.9 0 184.9 1.7 35.9 9.9 67.7 36.2 93.9s58 34.4 93.9 36.2c37 2.1 147.9 2.1 184.9 0 35.9-1.7 67.7-9.9 93.9-36.2 26.2-26.2 34.4-58 36.2-93.9 2.1-37 2.1-147.8 0-184.8zM398.8 388c-7.8 19.6-22.9 34.7-42.6 42.6-29.5 11.7-99.5 9-132.1 9s-102.7 2.6-132.1-9c-19.6-7.8-34.7-22.9-42.6-42.6-11.7-29.5-9-99.5-9-132.1s-2.6-102.7 9-132.1c7.8-19.6 22.9-34.7 42.6-42.6 29.5-11.7 99.5-9 132.1-9s102.7-2.6 132.1 9c19.6 7.8 34.7 22.9 42.6 42.6 11.7 29.5 9 99.5 9 132.1s2.7 102.7-9 132.1z"></path></svg></span></a></div></div></div><p>Der Beitrag <a href="https://www.klangskizzerei.at/farewell-jason-molina-tribute-im-fluc-zwischen-magischer-magnolia-und-blauer-melancholie/">&#8222;A Tribute to Jason Molina&#8220; im Fluc: Zwischen magischer Magnolia und blauer Melancholie</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.klangskizzerei.at">Klangskizzerei</a>.</p>
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